Autonom Leben e.V.Langenfelder Str. 35
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Wenn ein behindertes Baby das Glück hat, das Licht der Welt zu erblicken, beginnt mit der ersten Diagnose eine Laufbahn, die von der Wiege bis zur Bahre vorbestimmt ist: Defektorientierte Frühförderung, spezielle Kindergärten, Sonderschulen, Werkstätten und ausgrenzende Heime stehen bereit und lassen einer eigenwilligen Entwicklung keinen Platz.
In Hamburg gelten nahezu zweihunderttausend Menschen als behindert. Die Endgültigkeit der lebenslänglichen Sonderbehandlung verspüren drastisch die 2700 Menschen, die in Pflegeheimen und Anstaltsgebäuden der Hansestadt untergebracht sind. Die wenigsten von ihnen haben die Perspektive, nochmals ein selbstbestimmtes Leben genießen zu können. Vielen dieser Behinderten wurde die Fähigkeit zur Selbständigkeit nie zugetraut, anderen wurde sie systematisch ausgetrieben.
Die entwürdigenden Abläufe der Bevormundung lassen sich bei einer Heimeinweisung symptomatisch nachvollziehen: Am Anfang steht die erziehende Einweisung in die neue Umgebung ("Frau Meier, schön, daß Sie bei uns sind. Gewöhnen Sie sich erst mal bei uns ein."); es folgt die Reglementierung ("Die Essens- und Ruhezeiten sind genau einzuhalten.") dann die Strafandrohung ("Wenn Sie häufig klingeln, dann stellen wir die Klingel mal für eine Weile ab."). Am Ende stehen Disziplinierung ("Jetzt ist aber Schluß, tun Sie endlich, was ich Ihnen sage!") und der Versuch, Gegenwehr zur Krankheit zu erklären ("Frau Meier ist so unruhig, sie benötigt unbedingt noch 50 Tropfen Haldol.").
Der kurz skizzierte völlige Verlust des Rechts auf Selbstbestimmung ist allerdings nicht allein auf zur Unmündigkeit erziehende Heimstrukturen zurückzuführen. Eine Studie belegte, daß Angehörige, Pfleger, Vormünder oder Ärzte von allgemeinen und psychiatrischen Krankenhäusern bei jedem zweiten 'Fall' die Entscheidung zur Heimeinweisung treffen. Bundesweit stehen 235000 Menschen unter einer Pflegschaft oder Vormundschaft, wobei die völlig entrechtende Vormundschaft in Hamburg weitaus häufiger als in ländlichen Bundesländern verfügt wird. Wer aber entmündigt ist verliert sein Aufenthaltsbestimmungsrecht und ist von der Heimeinweisung bedroht. Dort kann ein Bewohner beim derzeitigen Personalschlüssel mit täglich 33 bis 41 Minuten individueller Betreuung rechnen - die Engpässe an den Feiertage und Wochenenden einmal außen vor gelassen. Die pflegeabhängigen Menschen müssen in einem Doppelzimmer mit 9 qm Wohnraum auskommen, für Vierbettzimmer gelten sogar 30 qm als ausreichend. Daß solche beengten Verhältnisse krank machen; ist aus der einschlägigen Literatur hinlänglich bekannt.
Daß dennoch die Beschneidung der Privatphsäre etwa beim Waschen, Anziehen oder Pinkeln vor Zuschauern keinen Sturm der Entrüstung auslöst, hat vielschichtige Gründe. Zunächst fördern die Mechanismen der industriellen Hochleistungsgesellschaft die Existenz von ausgrenzenden Einrichtungen. Der Ausschluß von behinderten, alten oder kranken Menschen aus dem Alltag ist die bequeme Lösung, um sich der notwendigen Auseinandersetzung mit dem Anderssein, mit Alter oder Tod zu entziehen. Zwei Drittel der jungen Bundesbürger wollen nicht mit Alten zusammenwohnen, andersherum ist es ähnlich. Behinderte gelten als Störung des 'Lebensgenusses' von Nichtbehinderten. Um (Denk-) Anstöße zu verhindern, verschwinden 'verbrauchte', 'erschreckende' und 'unproduktive' Menschen von der Bildfläche und landen im Heim, der - wie eine Kritikerin es ausdrückte - "vollhygienischen Abfalldeponie der Wohlstandsgesellschaft.''
Das medizinisch-therapeutische 'Wissen' teilt und differenziert zunehmend in verschiedene Pflegefälle, Krankheiten oder Behinderungsformen und weist in spezielle Einrichtungen zur richtigen Behandlung ein. In dem Maße, wie dadurch Spezialisten an Macht gewinnen, werden die Betroffenen zu Objekten in einer unentrinnbaren Kette der Versorgung.
Knapp die Hälfte der bei den Wohlfahrtsverbänden Beschäftigten ist im Bereich von Gesundheitswesen, Behindertenhilfe und Rehabilitation tätig. Die Spitzenorganisationen der freien Wohlfahrtspflege nehmen dabei für sich in Anspruch, Sozialanwalt für die Benachteiligten zu sein. Melden diese sich selbst zu Wort oder schaffen sie sich ihre eigenen Selbsthilfegruppen, zeigen sich erhebliche Schwierigkeiten mit dem Selbstverständnis. Die weitgehende Unfähigkeit der etablierten Verbände, die eigene Funktion zu hinterfragen, weist darauf hin, daß sie die Nöte der Betroffenen brauchen, um ihre Existenz zu rechtfertigen und in politischen Fragen der Ansprechpartner der ôffentlichen Sozialadministration zu bleiben.
Diese festgefügte Position der Verbände führt dazu, daß sie sich nicht auf die Seite der emanzipatorischen Behinderteninitiativen schlagen können. Sie müßten die Wurzeln ihres Fremdhilfe-Daseins, die sozialen und politischen Ursachen von Not, kompromißlos attackieren und damit auf ihre traditionell gewachsene Unersetz1ichkeit verzichten. Stattdessen bleiben Behinderte in ihrem Streben nach Unabhängigkeit mit einem Netz der Wohltätigkeit aus Medizin, Sonderpädagogik, Sozialverwaltung und diakonischer Nächstenliebe konfrontiert.
Angesichts des spürbär aufgeheizten Klimas an den Rändern der bundesrepublikanischen Gesellschaft erschreckt nicht nur das Desinteresse an den Vorgängen hinter Heimmauern. Kaum vorhanden ist das Bewußtsein, daß die Asylierung von Behinderten historisch betrachtet die erste Stufe von Maßnahmen war, die in Zwangssterilisationen und Massentötungen während des NS-Regimes mündeten.
Schon heute regen sich nur wenige darüber auf, daß Jahr für Jahr mehrere hundert Behinderte ohne deren Einwilligung sterilisiert werden, daß an einer Hamburger Sonderschule 50% der jugendlichen Frauen keine Kinder mehr bekommen können oder daß Bestrebungen im Gange sind, die die Legalisierung der Zwangssterilisation für 'Einsichtsunfähige' zum Ziel haben. Humangenetiker, Bevölkerungswissenschaftler und Politiker knüpfen darüberhinaus an einer Gleichsetzung von Behinderung und Leid an, um die humangenetische Beratung zu propagieren. Eltern und vor allem Müttern wird die Last aufgebürdet, zwischen werten und 'unwerten' Leben unterscheiden zu müssen. Behinderte Menschen bekommen den Stempel aufgedrückt, letztlich nur ein lebendiger 'Fehler der Diagnostik' zu sein. Die Genetiker stehen in der ungebrochenen Tradition ihrer Kollegen aus der Weimarer Zeit und dem NS-Regime, die mit wissenschaftlich modernen Erkenntnissen und sozialdarwinistischem Rüstzeug das leistungsfähige deutsche Volk anvisierten. Bekannt sind von daher ebenso die gegenwärtig wieder lauter werdenden Warnungen vor der angeblich drohend ansteigenden Zahl von Behinderten,die die Volksgesundheit und das Haushaltsvolumen der Staatskasse belasten würden.
Das Bild vom 'Volk der Behinderten' hat seinen ersten Zweck, die massiven Kürzungen im Sozialbereich vorzubereiten, erfüllt. Die Kombinationen der Gesetzesänderungen im Sozialrecht seit 1981 haben das eigenständige Handeln Behinderter beschnitten: Es gilt der Grundsatz, autonomes Leben hinter den Anforderungen der "Billigversorgung" - insbesondere durch die Angehörigen - zurückzustellen. Die Sozialämter deuteten die Zeichen der Zeit (nach dem Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Otto Regensburger, gebe "es deshalb eine Inflation von Behinderten", weil "sich viele dieser Menschen Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr, beim Kündigungsschutz und anderswo erschleichen wollen.") und reagierten mit der Verschärfung ihrer Verwaltungspraxis. Aber nicht nur die restriktive Mittelvergabe nach dem Grundsatz, was billig ist, ist gut, regiert in den Amtsstuben. Hinzu kommt die Verknüpfung der Vergabe von Leistungen mit deren Effektivität : "Preiswürdigkeit und der therapeutische Nutzen" müssen laut Finanzminister Stoltenberg stärker Berücksichtigung finden.
Bei diesen Vorgaben verliert der Anspruch des behinderten Menschen auf ein würdiges Dasein rasch an Boden. Ohnehin ist der Bewegungsradius Behinderter meist auf seine wohnliche Umgebung beschränkt. In Hamburg sind nur gut ein Dutzend von 141 U- und S-Bahnhöfen behindertenfreundlich ausgestattet; der Sonderfahrdienst mit zweimaligen Anspruch in der Woche erlaubt sich eine Wartezeit bis gut 4 Wochen. Treppen vor Kinos, im Museum oder kaum zu bezwingende Bordsteine tragen dazu bei, daß viele Behinderte über den eintönigen Alltag klagen. Sie haben, zumal wenn sie die familiäre Überbehütung erfahren müssen, kaum eine Chance, eigene Anregungen, Erlebnisse oder persönlich Wissenswertes zu sammeln. Manche behinderte Menschen sind dann genauso 'beschränkt' in ihrer Alltagsbewältigung, wie es ihnen von vornherein unterstellt wird. Wer dennoch in die öffentliche Erscheinung tritt und seine eigene Welt entdecken will, muß es aushalten, daß die Behinderung als Makel gesehen wird.
Der Einbruch in den Alltag der Nichtbehinderten erfordert psychische Kräfte, zumal auch Behinderte das Bild vom jungen, dynamischen, schönen oder sportlichen Menschen verinnerlicht haben. Die übernommenen ästhetischen und leistungsbetonten Ideale, wie sie von der Werbung vorgegaukelt werden, führen dazu, daß Behinderte dem 'Vorbild' der Nichtbehinderung nacheifern. Dieses von einem starken Anpassungsdruck gestützte Verhalten nimmt entwürdigende Situationen in Kauf: Gerade Nichtbehinderte machen tagtäglich Behinderten ihre vermeintliche Unzulänglichkeit durch diskriminierende Redensarten, übertriebene Hilfsbereitschaft, durch Almosengebärden oder schlichte Ablehnung deutlich. Behinderte werden nicht akzeptiert als gleichberechtigter Schüler, Mitbewohner oder Partner.
Das fehlende Vertrauen in die eigene Stärke kann damit aufgefangen werden, indem behinderte Menschen sich ihre eigenen Wertmaßstäbe schaffen. Diese aber auch zu leben und ständig neu gegen eine behindertenfeindliche Umgebung durchzusetzen, erfordert Energie und eine Kraft, die sich nicht in der Aufrechterhaltung der hierarchischen 'Hackordnung' unter Behinderten vergeuden darf.
Die Abhängigkeit von notwendiger Hilfe, von finanzieller Unterstützung und von Kenntnissen im Sozialrecht führt behinderte Menschen häufig in die Obhut von Fachleuten, die nach eigenem Gutdünken entscheiden. Genau an diesem Punkt setzt der Verein "Autonom Leben" an. "Autonom" bedeutet zunächst hier soviel wie selbständig, unabhängig oder 'nach eigenen Gesetzen' zu leben. 'Autonom Leben' heißt aber auch, sich gegen Bevormundung, Diskriminierung und Unterdrückung zur Wehr zu setzen. Chancen auf Erfolge bestehen nur dann, wenn die Behinderten die Zersplitterung untereinander überwinden, wenn sie es lernen, gemeinsame Interessen gegen Aussonderung und Verdrängung zu setzen. Selbstbestimmt leben setzt voraus, selbstbewußt das eigene Anderssein zu akzeptieren und den 'normalen' Alltag damit zu konfrontieren.
Wir sind zur Zeit eine Gruppe von rund 15 Behinderten und 3 oder 4 Nichtbehinderte. Aktiv sind rund zehn Behinderte und ein Nichtbehinderter.
Die ersten gut zwei Jahre brauchten wir, um uns auf ein erstes Konzept zu einigen und um die formale Anerkennung als Verein zu bekommen. Die Form des Vereins haben wir gewählt, weil es dadurch doch deutlich leichter ist, an öffentliche Räume, an Spenden und staatliche Zuschüsse zu kommen, ohne die unsere Vorhaben leider nicht zu realisieren sind.
Neben den nervtötenden Formalien, die eine Vereinseintragung mit sich bringt, erwies sich als großes Hindernis für unsere Arbeit, daß wir keine eigenen, geeigneten Räumlichkeiten hatten, und es zu lange vernachlässigten, uns darum zu kümmern. Seit ein paar Monaten haben wir solche Räume, und es zeigt sich, daß sie mit das wichtigste Mittel sind, um uns bekannt zu machen und um unsere Arbeit zu zentralisieren und voranzubringen.
Schließlich begingen wir in dieser Anfangszeit noch einen großen Fehler. Wir hatten unbewußt die Vorstellung, den Behinderten ein fertiges, komplexes Hilfsangebot zu machen, und dann sollten diese kommen, und es nutzen. Daher erstellten wir mit viel Aufwand eine Helferkartei. Unter anderem führten wir zeitraubende Gespräche mit allen, die sich als Helfer beworben hatten. Wir wollten den hilfesuchenden Behinderten schließlich nur gute Helfer oder Helferinnen vermitteln. Wer ausblieb, waren dann aber hilfesuchende Behinderte. Nach kurzer Zeit verschwanden dann natürlich auch die Helfer wieder, diese suchten ja in der Regel einen Job zum Geldverdienen. Es zeigte sich, daß so ein Projekt, Behinderten aus den Heimen oder dem Elternhaus heraus zu helfen, nicht von vornherein perfekt aufgebaut werden kann, um es dann an die Behinderten heranzutragen, sondern daß es in der Zusammenarbeit mit den rat- und hilfesuchenden Behinderten wachsen muß, sich dadurch weiter entwickeln und verändern muß! Heute haben wir daraus die Lehre gezogen. Die Helfervermittlung - Helfer, damit Behinderte alleine wohnen können, Vorlesedienst für Blinde, Rollstuhlschiebedienst, Fahrbereitschaft u.ä. - steht momentan nicht mehr so im Mittelpunkt. Wir wollen uns vorerst darauf beschränken, den ratsuchenden Behinderten zu zeigen, wie und wo man Helfer bekommt, wo und wie man entsprechende Anzeigen aufgibt oder wie man Zivildienstleistende bekommt.
Wir wollen keine neue Betreuungsstelle oder Dienstleistungsbetrieb aufmachen, sondern wir suchen die Zusammenarbeit mit den Behinderten, um gemeinsam mit ihnen autonom zu leben, gemeinsam Aktionen zu machen die dahin führen.
Unsere Hauptanstrengung liegt daher heute darin, uns bei den Behinderten bekannt zu machen und diese für die Mitarbeit zu gewinnen. Wir bieten Beratung, nach Möglichkeit durch ähnlich Betroffene; wir bieten Erfahrungsaustausch und Kontakt zu anderen Behinderten, Hilfe bei dem Umgang mit Behörden, bei der Wohnungssuche, bei der Suche nach geeigneten Helfern und Hilfsmitteln. Dafür haben wir eine regelmäßige Sprechstunde eingerichtet. In unseren Räumen können Ratgeber, "Behindertenbücher", Hilfsmittelkataloge u.ä. eingesehen werden. Vielen Behinderten ist damit aber nicht weitergeholfen. Gerade wenn sie lange im Heim gelebt haben - wenn man da überhaupt von "leben" sprechen kann - oder im Elternhaus überversorgt wurden, fehlt es nicht nur an Wissen über rechtliche Möglichkeiten, Gelder, die einem zustehen, usw., sondern es fehlt viel mehr an Selbstvertrauen, an der Fähigkeit zu selbstständigen Handeln und häufig auch an der Vorstellungskraft, wie ein Leben als Behinderter in einer eigenen Wohnung in einer von Nichtbehinderten bestimmten Welt überhaupt möglich ist. Diese Behinderten wollen wir zunächst durch unser Beispiel ermutigen, wir wollen'ihnen zeigen, daß und wie ein solches Leben möglich ist. Wir wollen sie, wenn es nötig ist, auf den Wegen zu den Ämtern und dergleichen begleiten. Und wir bieten für sie Kurse an, in denen sie ihre Möglichkeiten und Grenzen kennenlernen können. Dabei handelt es sich auch um die alltäglichen Dinge, wie eingekauft, ein Haushalt geführt oder Essen zubereitet wird, die neu entdeckt werden. Für jemanden, die/der es nicht gewohnt ist, solche alltägliche Arbeit zu tun, sind das keine Selbstverständlichkeiten, sondern verlangen viel Übung, Überlegung und Entscheidungen.
Darüberhinaus wollen wir schrittweise aus unseren Räumen einen Krüppeltreffpunkt machen. Eine Anlaufstelle für Behinderte, die mit uns zusammen für ein autonomes Leben kämpfen wollen, die uns über Sauereien der Nichtbehinderten informieren, die Mitstreiter suchen, um sich gegen behindertenfeindliche Einrichtungen oder Maßnahmen zu wehren.
Aus dem zuletzt Genannten wird auch deutlich, daß wir erwarten, daß die zu uns kommenden Behinderten mitarbeiten, daß sie selbst in den notwendigen Büchern nachschlagen, die Anträge stellen und dergleichen. Wir wollen Unterstützung geben, aber wir wollen keine neue Betreuungseinrichtung werden. Die Behinderten sollen selbstständig werden, und nicht von einer Versorgungseinrichtung zur nächsten geraten. Wir suchen keine Patienten oder Klienten, sondern zukünftige Mitkämpfer für das autonome Leben. Ein Hauptbestandteil unserer Arbeit - und das wird in unserem Namen und durch unsere Vorstellungen vom "autonomen Leben" deutlich - besteht aus Aktionen für eine behindertengerechte Gesellschaft. Bisher haben wir die Arbeit nebenher gemacht. Das reichte bis jetzt gerade noch aus, aber auch nur, weil die meisten von uns arbeitslos sind oder studieren In Zukunft wollen wir mit bezahlten Kräften arbeiten. Wir haben zwei Kräfte im Rahmen der arbeitsbeschaffenden Maßnahmen beim Arbeitsamt und einen Zivildienstleistenden, der uns bei der Vereinsarbeit helfen soll, beantragt. Wir wollen mit den zu uns kommenden Behinderten nicht nur über unsere und gemeinsame Erfahrungen plaudern, so wichtig das auch ist, sondern ihnen auch eine umfassende und qualitativ wertvolle Beratung anbieten. Das setzt voraus, daß wir wirklich gut Bescheid wissen über recht1iche und finanzielle Fragen, über Hilfsmittel, über die verschiedenen sozialen Einrichtungen und Ämter usw. Und das setzt voraus, daß wir Zeit für den einzelnen Behinderten haben, daß wir zusammen in Ruhe die möglichen Alternativen rauskriegen und einanderabwägen können, damit der oder die Behinderte wirklich entscheiden kann, was für ihn oder für sie der beste Schritt ist, der als nächster unternommen werden muß, um autonom leben zu können. All das ist nebenher in der Freizeit nicht zu schaffen. Das Gleiche gilt natürlich erst recht für die Kurse, Seminare u.ä., die über eine bloße Beratung hinausgehen. Wir wollen aber auch deshalb Bezahlung für unsere Arbeit, weil wir andernfalls ungewollt den Politikern entgegenkommen, die uns unsere Sozialleistungen wegkürzen. Kohl oder Blüm singen doch nur deshalb das Loblied auf die Familie, die Nachbarschaftshilfe und ehrenamtliche Nächstenliebe, weil diese so schön billig sind, weil dadurch Gelder im Sozialbereich gespart werden können, die sie dann für die militärische Aufrüstung ausgeben können. Diese wollen das soziale Elend wieder zur Privatsache machen, die Behinderten möglichst vollends wieder in die Zuständigkeit von Caritas und Nächstenliebe abschieben. Dabei wollen wir nicht mitspielen. Wir leisten eine sozial notwendige Arbeit. Diese soll durch Bezahlung auch anerkannt werden.
Wir sehen aber auch, durch bezahlte Arbeit, Probleme auf uns zukommen. Dadurch verstärken sich nämlich die Unterschiede zwischen den einzelnen Vereinsmitgliedern noch mehr, die Arbeitsteilung nimmt zu und die Gefahr, daß auch wir uns zu abgehobenen Experten entwickeln, wächst. Diese Gefahren einer Professionalisierung unserer Arbeit müssen wir uns immer bewußt sein und notfalls gegensteuern.
Zu unseren Vorstellungen von autonomen Leben gehört auch, daß wir im Kampf für das autonome Leben uns selbst verändern, durch die Vereinsarbeit und die Zusammenarbeit mit anderen Behinderten uns weiterentwickeln. Wichtig dabei ist, daß jede/r Körperbehinderte bei uns mitmachen kann. Wir versuchen zumindest unter uns Bedingungen zu schaffen, daß keiner oder keine wegen der Behinderung oder dem Tempo, zu dem er oder sie in der Lage ist, auf der Strecke bleibt. Das ist nicht immer leicht, da ja auch wir mit unserer Arbeit nicht im luftleeren Raum schweben, sondern auch einen erheblichen Druck ausgesetzt sind, schnell und effektiv zu sein. Anträge müssen pünktlich und korrekt gestellt werden, viele Anrufe dürfen nicht verschoben oder vergessen werden, das Geld für Miete und unsere Arbeit muß Monat für Monat aufgetrieben werden. Außerdem sind wir auch sehr unterschiedliche Behinderte, mit sehr unterschiedlichen geistigen und körperlichen Fähigkeiten und ebenso verschiedenen "sozialen Karrieren". Eine Reihe von uns haben lange Heimaufenthalte hinter sich, andere haben noch nie ein Heim von innen gesehen. Hinzu kommen aber auch äußere Faktoren, die dazu führen, da· einige nur eingeschränkt für den Verein etwas beitragen können. Einige sind auf die Behindertenfahrbereitschaft angewiesen, die sie nur zweimal die Woche benutzen dürfen. Wenn sie diese schon anderswo verbraucht haben, fallen sie für die Vereinsarbeit weitgehend aus. Andere haben nur wenige Stunden am Tag Helfer, können daher nur während dieser Stunden für den Verein tätig sein. Wir bemühen uns, diese Schwierigkeiten zu beseitigen. So haben wir beim Sozialamt beantragt, daß die Fahrten, die für unsere Arbeit benötigt werden, zusätzlich zu den zwei erlaubten, gemacht werden können. Das Ergebnis steht noch aus. Durch den beantragten Zivildienstleistenden erhoffen wir uns weitere Verbesserungen.
Die unterschiedlichen Fähigkeiten, aber auch die unterschiedlichen Erwartungen, die jede/r von uns vom Verein haben, versuchen wir dadurch anzugleichen, daß wir uns gegenseitig durch Wissensweitergabe, durch Wochenendseminare oder Schulungen qualifizieren. Ob und wie weit wir darin erfolgreich sind, wird die Zukunft zeigen.
Nur durch so eine allgemeine und gegenseitige Qualifizierung gelingt es auch, daß wir ein Problem lösen, mit dem alle Selbsthilfeprojekte zu tun haben:.das Problem der Kontinuität der Arbeit. Wie gelingt es, die Arbeit aufrechtzuerhalten, wenn wichtige Träger oder Trägerinnen ausfallen oder keine Lust mehr haben? Ein solches Projekt ist ja auf Jahre angelegt, da passiert es immer wieder, daß wichtige Personen ersetzt werden müssen. Notwendig ist daher, daß wir ständig neue Leute für unser Projekt gewinnen und qualifizieren müssen.
Das zentrale Problem, das uns auf absehbare Zeit beschäftigen wird, ist: wie machen wir unseren Verein bei Behinderten bekannt, wie kommen Behinderte zu uns? Wir Behinderte sind bekanntlich eine Minderheit in der Gesellschaft. Darüber hinaus sind die Behinderten sehr verstreut und vereinzelt. Wir werden vom Druck der Nichtbehinderten, von den Kürzungen im Sozialbereich oder der Ausmusterung aus den Arbeitsmarkt zwar, alle, aber unterschiedlich und ungleichzeitig betroffen. Behinderte sind besonders schwer zu mobilisieren, sich für ihre Interessen einzusetzen. Viele von uns haben ihre Lebensvorstellung stark zurückgeschraubt und ihre Rolle, dankbar zu sein und bloß nicht zu stören, verinnerlicht. Sie haben es akzeptiert, reizlos und unerotisch oder überflüssig zu sein. Vorstellungen von Behindertsein als positiven Lebensstil sind dadurch verschüttet.
Die Öffentlichkeitsarbeit für unseren Verein ist daher keine leichte Aufgabe. Die allgemeine, relativ ungezielte Öffentlichkeitsarbeit - Anzeigen, Artikel oder Interviews in die Presse oder Rundfunk setzen, öffentliche Veranstaltungen, Werbeprospekte verschicken - reicht dafür nicht aus. Wir müssen außerdem ständig gezielt Behinderte ansprechen: durch konkrete Zusammenarbeit mit anderen Behindertengruppen oder Vereinen, durch Auftreten und Werben in den Behinderteneinrichtungen, Körperbehindertenschulen, Unfallklinik u.ä., durch konkrete Aktionen zur Durchsetzung der Interessen Behinderter, und durch Mund-zu-Mund-Propaganda.
Gerade das letztere, daß jeder von uns alle Behinderten, die er kennt oder die sie trifft, anspricht, unser Faltblatt in die Hand drückt und zu unseren Treffen einlädt, hat sich als am erfolgversprechendsten erwiesen
Das nächste Problem, daß uns auf Dauer beschäftigen wird, ist die Finanzierung unserer Arbeit. Wir müssen die Miete für unsere Räume aufbringen und unsere Arbeit verschlingt auch einiges an Geld: für Telefon, Porto, Werbematerial usw.. Zur Zeit finanzieren wir all das durch Mitgliedsbeiträge und vor allem durch Spenden und staatliche Zuschüsse. Die Finanzierung durch Spenden ist aber eine widersprüchliche Angelegenheit: Nur selten erhält man sie aus Solidarität mit unserem Projekt. Solche solidarischen Spenden von Freunden oder anderen sozialen Projekten reichen nicht zur Finanzierung unserer Arbeit aus. Größere Spenden von Unternehmen oder etablierten, ôffentlichen Einrichtungen erhält man nur, wenn man zu einem gewissen taktisch-diplomatischen Ton in den Spendenbriefen greift. Man appelliert ungewollt ans Mitleid der Spender. Die spendenden Unternehmen oder Privatpersonen erleichtern durch ihre Wohltätigkeit ihr Gewissen und ihre Steuerlast. Beides trägt zur Stabilisierung des behindertenfeindlichen status quo bei. Dadurch verfestigen wir das öffentliche Bild und die soziale Rolle der Behinderten. Staatliche Zuschüsse erfordern viel formale Schreibarbeit und bedeuten vor allem ein gewisses Maß an staatlicher Kontrolle und Unterordnung unter staatliche Auflagen. Wir sind aber auf Spenden und Zuschüsse angewiesen. Ohne Geld oder nur mit unseren geringen Mitgliedsbeiträgen sind unsere Vorhaben nicht zu verwirklichen. Auch hierbei, bei jeder möglichen Spende oder Antrag auf öffentliche Gelder, müssen wir genau Gefahren und Nutzen abwägen.
Eine weitere Frage ist, wie wir uns die Kurse, Seminare, alles das, was über eine einfache Beratung hinausgeht und Zeit und Arbeitsaufwand erfordert, bezahlen lassen. Wir bieten ja eine sozial notwendige Dienstleistung an, die wir aber nicht umsonst anbieten können und wollen. Geklärt ist diese Frage noch nicht. Bei den Behinderten ist in der Regel nichts zu holen.
Zwei Lösungen bieten sich an, die aber beide auch Nachteile haben. Die erste ist, wir machen die Kurse u.ä. nur für Vereinsmitglieder und finanzieren sie über die Mitgliedsbeiträge. Der Nachteil dabei ist, daß die Schwelle zwischen uns und den zu uns kommenden Behinderten noch viel höher wird als sie ohnehin schon ist.
Die zweite Lösung liegt darin, daß wir uns die aufwendigeren Leistungen vom Behinderten bezahlen lassen, und dieser sich dann das Geld vom Sozialamt im Rahmen der Eingliederungshilfe zurückholt. Nur ist es momentan noch ungewiß, ob das Sozialamt dabei mitspielt. Und es bleibt die Frage: Was machen wir in den Fällen, wo das Sozialamt Nein sagt? Schicken wir die betreffenden Behinderten dann wieder weg?
Fazit: nach oben
Wir stecken mit unserer Arbeit noch voll in den Anfangsschwierigkeiten. Das wird wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben. Schnelle Erfolge, da die Behinderten nun in Scharen zu uns kommen und ihre inneren und äußeren Ketten abstreifen, erwarten wir nicht. Wir haben uns bewußt gegen den bequemen Weg, etwas für Behinderte zu tun, und für den schwierigen Weg, etwas zusammen mit ihnen zu machen, entschieden. Wir versprechen keine Patentlösungen und erst recht keine heile Welt, wir garantieren den Behinderten vielmehr eine Menge Hindernisse, Ärger mit Behörden und alltägliche Mühsal. Erst dann können wir gemeinsam auch die lohnenden Früchte des autonomen Lebens ernten: mehr Spontanität, mehr Freiheit, mehr Spaß, mehr Leben.
Wir sind mit unserer Arbeit teilweise vorangekommen, teilweise stecken wir aber immer noch in den gleichen schon beschriebenen Anfangsschwierigkeiten, teilweise haben sich die angedeuteten Gefahren bestätigt. Wir haben zur Zeit zwei ABM-Stellen, einen Sozialarbeiter und eine Psychologin. Eine dritte Stelle ist bewilligt, für diese haben wir zwar schon zweimal eine behinderte Juristin bzw. einen behinderten Juristen gefunden, beide verließen uns aber wieder wegen einer Festanstellung, die sie der ABM-Stelle natürlich,vorzogen.
Eine vierte ABM-Stelle für Büroarbeit haben wir beantragt. Auf die Anstellung eines Zivildienstleistenden mußten wir leider verzichten, weil das Bundesamt für den Zivildienst seit September letzten Jahres keine besonderen Zuschüsse mehr für solche Einrichtungen, wie wir eine sind, bewilligt. Die Anstellung eines Zivildienstleistenden ist für uns ohne diese Zuschüsse aber nicht finanzierbar.
Diese Ausweitung der Arbeitmit bezahlten Kräften hatte allerdings zur Folge, daß uns die Räume inden alten Bauernhaus zu klein wurden und wir erneut umziehen mußten. Wir haben ab März eine große Ladenwohnung, die darüberhinaus auch zentraler liegt.
Die schönen Räume in dem alten Bauernhaus gehen uns aber nicht verloren, da einige von uns sich in das Abenteuer des privaten,Unternehmertums gestürzt haben. Sie errichteten mit Geldern der Hauptfürsorgestelle, die im Rahmen der Förderung von Arbeitsplätzen, für Behinderte zu Verfügung stehen, in diesem Bauernhaus ein Café, das von Behinderten und Nichtbehinderten gemeinsam betrieben wird. Im Mai soll Eröffnung sein. Wir hoffen, daß mittelfristig auch der Verein Autonom Leben von diesem Café profitieren wird. Kurzfristig bringt es allerdings die Schwierigkeit mit sich, daß diejenigen, die sich in diesem Café engagieren, noch weniger für die Vereinsarbeit zur Verfügung stehen.
Die neuen Räume in der Eulenstraße 74 sind für eine Kontakt- und Beratungsstelle deutlich besser geeignet. Durch diesen erneuten Umzug wurden wir in unserer Beratungstätigkeit und in unserem Bemühen, an die Behinderten heranzukommen, aber zurückgeworfen. Wieder müssen wir einen Großteil unserer Zeit und unserer Energien darauf verwenden, den Verein bei den Behörden, den anderen Behindertenorganisationen und in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Unsere Tätigkeit beschränkt sich neben der formalen Büroarbeit, die vor allem die Einrichtung von ABM-Stellen mit sich bringt und fast unvorstellbare Ausmaße angenommen hat, daher weitgehend auf die telefonische Beratung von Behinderten, die bei uns anrufen. Unsere Vorhaben, wie Kurse, Fortbildungsseminare, Selbstständigkeitstrainings oder auch der Aufbau eines "Krüppelzentrums", konnten wir daher kaum anpacken.
Die Arbeit mit ABM-Kräften brachte auf der anderen Seite aber die notwendige Kontinuität in unsere Arbeit. Außerdem führte sie zu einer deutlichen Entlastung an der finanziellen Front. Mit den, vom Arbeitsamt bezahlten Geldern können wir nicht nur die Bezahlung der angestellten Behinderten , sondern auch die laufenden Kosten für Miete oder Büromittel decken. Das lästige und zeitaufwendige Auftreiben von Spenden und das Schreiben von Spendenbriefen bleibt uns wenigstens zur Zeit weitgehend erspart. Wir könnten also unsere ganze Fantasie und unsere ganze Kraft auf die Inhalte unserer Arbeit konzentrieren, wenn nicht neue Schwierigkeiten, die wir aber schon in unserem Selbstverständnistext befürchtet hatten, aufgetreten wären. Die mehrmaligen Umzüge und die Einrichtung von den ABM-Stellen erzeugte viel äußeren Druck auf uns, durch notwendige Renovierungsarbeiten, bei denen viele von uns aufgrund ihrer Behinderung nicht mitmachen konnten, durch eine Flut von Anträgen und einzuhaltenden Terminen, die ein Tempo und eine Mobilität voraussetzten, die viele von uns nicht erfüllen konnten. Das hatte zur Folge, daß sich die Spannungen zwischen den unterschiedlichen Behinderten verschärften und daß sich leider einige, aus der Arbeit mehr oder weniger zurückzogen. Uns ist es nicht gelungen, alle Behinderten in irgend einer Form in die Vereinsarbeit zu integrieren. Es kamen zwar auch einige neue Leute, mit denen mußten und müssen wir aber erst die inhaltliche Übereinstimmung, was autonomes Leben heißt, herstellen.
Leider stellten sich auch die befürchteten Spannungen zwischen den bezahlten Kräften und den übrigen Vereinsmitgliedern ein. Die ABM-Kräfte und ein, zwei andere, die mobil genug waren und viel Zeit für die Vereinsarbeit hatten, bekamen durch ihre kontinuierliche Arbeit zwangsläufig einen Informationsvorsprung gegenüber den anderen Vereinsmitgliedern. Sie mußten häufig schnell Entscheidungen treffen, die eine Rücksprache mit den übrigen Mitgliedern nicht oder nur schwer möglich machten. In mehreren Fällen, wo eine solche Rücksprache aber durchaus noch möglich gewesen wäre, blieb sie aber schon aus Bequemlichkeit, Routine oder Unachtsamkeit aus. Eine genaue Arbeitsaufteilung zwischen den bezahlten und den unbezahlten Vereinsmitgliedern gelang uns nicht und ist in der Praxis wohl auch nur sehr schwer möglich.
All das führte zu Spannungen und nervtötenden Diskussionen. Die bezahlten Kräfte fühlten sich überfordert und alleingelassen, die übrigen Vereinsmitglieder kamen sich überflüssig vor. Momentan versuchen wir durch regelmäßige wöchentliche Mitgliederversammlungen diese Spannungen abzubauen. Aber das Problem einer reibungslosen Zusammenarbeit zwischen den bezahlten und unbezahlten Vereinsmitgliedern wird uns wohl auf Dauer beschäftigen.
Ein weiterer Streitpunkt entstand dadurch, daß es uns nicht gelang, für die beantragten ABM-Stellen geeignete Behinderte zu finden. So ist die demnächst mit ihrer Arbeit beginnende Bürokraft eine Nichtbehinderte. Hier stellte sich die Frage, ob das noch mit unserem Verständnis vom autonomen Leben Behinderter vereinbar ist. Die Unmöglichkeit eine Behinderte zu finden, die die Büroarbeit hätte machen können entschied dann letztlich diesen Fall.
Noch schwieriger wurde es, als es zu Problemen bei der Zusammenarbeit zwischen den ABM Kräften kam. Die ABM-Kräfte sind zwar alle behindert, aber das ist ja keine Garantie auch für inhaltliche Gemeinsamkeiten. Zwei dieser ABM-Kräfte kamen nicht aus dem Stamm der Gründungsmitglieder von Autonom Leben, sondern haben sich auf die ABM-Stelle beworben, stießen also neu zu uns. Viele Fragen, die für die alten Mitglieder ausdiskutiert und entschieden waren, waren für diese neu und noch völlig ungeklärt. Die Psychologin, die schon lange bei Autonom Leben dabei ist, wollte daher für die tägliche Arbeit noch jemanden als Unterstützung haben, mit dem die inhaltliche Übereinstimmung mehr vorhanden ist. Dieses Problem ist noch nicht entschieden.
Neben diesen Problemen können wir aber auch eine positive Bilanz unserer Arbeit ziehen. Wir konnten einige Veranstaltungen erfolgreich durchführen und Autonom Leben in Hamburg ganz gut bekannt machen.