Autonom Leben Hamburg - Beratungsstelle für behinderte Menschen

Bild Rolli Seiltanz

Frozen Angels

In den Hamburger Kinos läuft zur Zeit der Film „Frozen Angels“. Ein Dokumentarfilm von Frauke Sandig und Eric Black über Kalifornien als das „Wunderland der künstlichen Kindererzeugung“ .

Die beiden FilmemacherInnen lassen den ganzen Film über lediglich verschiedene an diesem Geschäft mit der Reproduktionsmedizin Beteiligte zu Wort kommen: Besitzer von Samenbanken, Eizellenspenderinnen, Leihmütter und deren Kunden, Reproduktionsmediziner und vor allem einen unerträglich zynischen Radiomoderator, der gleichzeitig Direktor der weltgrößten Agentur für Leihmütter und Eizellenspenderinnen ist.

AnhängerInnen der natürlichen Fortpflanzung und Menschen, die nicht wollen, dass Samen, Eizellen, Embryonen und andere Körperteile zur Handelsware und zu Design-Objekten durchgeknallter Reproduktionsmediziner werden, gehen mit kaltem Grausen  und Sprachlosigkeit aus diesem Film.

AnhängerInnen der ungezügelten Selbstverwirklichung und BefürworterInnen des Credos: „Im Namen von `Freedom and Democracy` ist alles Machbare auch erlaubt“ werden sich allerdings durch diesen Film eher bestätigt sehen.

Während wir uns hier in Deutschland über Formulierungen im Embryonenschutzgesetz, halbherzig regulierende EU-Richtlinien und Ähnliches streiten, ist in Kalifornien alles erlaubt und wird auch praktiziert. Lediglich Vorhaben, die zur Vernichtung von Embryonen führen, stoßen auf den Widerstand der dortigen Kirchen.

Kritische Stimmen hört man in dem Film ganz wenige. Eine davon gehört dem achtzehnjährigen Doron Blake. Dieser gilt als Vorzeigeobjekt der Reproduktionsmediziner. Er wurde mit dem Samen eines Nobelpreisträgers künstlich gezeugt und hat auch angeblich einen IQ von 180. Mit seinen doch eher besonnenen Worten dürfte er aber ansonsten nicht den Erwartungen seiner Schöpfer entsprechen.

Insgesamt ist der Film aber eine sehr sehenswerte Mahnung vor den Machenschaften der Reproduktionsmediziner und Gentechniker. In diesem geballten Wahnsinn gibt es das vielleicht bisher nur in Kalifornien. Vieles davon wird aber auf uns zukommen, wenn wir es nicht verhindern. 


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Letzte Aktualisierung: 24. November 2007